Gesellschaft und Ernährung

Keine Zeit zu kochen?

17. Juli 2026 · Susanne C. Hammer

Keine Zeit zu kochen?

„Du backst das Brot selbst?“
„So viel Zeit habe ich nicht.“

Diesen Satz höre ich immer wieder. Und jedes Mal frage ich mich: Haben wir nicht alle gleich viel Zeit?

Tatsächlich stehen uns allen täglich 24 Stunden zur Verfügung – ohne Ausnahme. Der Unterschied liegt nicht in der Menge der Zeit, sondern darin, wie wir sie nutzen.

„Du hast keine Zeit zu kochen?“
Was machst du stattdessen, das wichtiger ist?

Rechnen wir kurz nach: Wenn du etwa 10 Stunden für Schlaf und Regeneration einplanst und weitere 10 Stunden für Arbeit, Pendeln und alltägliche Verpflichtungen brauchst, bleiben noch rund 4 Stunden übrig. Vier Stunden freie Zeit – jeden Tag.

Die Frage ist also: Wofür entscheidest du dich in diesen Stunden? Und warum muss ausgerechnet die Zubereitung von Essen möglichst schnell gehen?

Natürlich ist nicht jeder Tag gleich. Es gibt Phasen, in denen andere Dinge mehr Raum einnehmen – das kennt jeder. Doch es gibt auch ruhigere Zeiten. Tage, an denen mehr Luft bleibt. Und genau dann lässt sich vorsorgen: Gemüse einlegen, Brot backen und einfrieren, größere Portionen vorkochen, Gewürze trocknen oder die Speisekammer auffüllen.

Warum sich das lohnt?

Weil unsere Ernährung  ein grundlegender Bestandteil unseres Lebens ist und tief in uns verankert ist: Über Jahrtausende hinweg bestand ein Großteil unseres Alltags darin, Nahrung zu beschaffen und zuzubereiten – vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. (Dagegen wirken ein oder zwei Stunden am Tag für gutes Essen fast bescheiden.

Weil man Qualität schmeckt.

Weil der Prozess den Kopf frei macht.

Weil man weiß, was drin ist.

…

Und selbst dann bleibt noch genug Zeit für alles, was modernen Zeitvertreib ausmacht.

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