Ernährung

Die Reiskur zum Jahreszeitenwechsel

26. Oktober 2026 · Susanne C. Hammer

Reisfasten: Warum, wann, wie lange und wie du sie richtig machst

Wenn die Tage kürzer werden, sehnt sich der Körper nach Wärme und leichter Kost. Die Reiskur bietet dir dafür drei Tage lang Congee: einen weich gekochten, warmen Reisbrei mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Gewürzen. Kein Hungern, kein Trend, sondern eine sanfte Pause für Verdauung und Nervensystem.

Was ist eine Reiskur?

Bei der Reiskur isst du mehrere Tage hauptsächlich Congee: Reis, der in viel Wasser lange und weich gekocht wird. Das Gericht stammt aus der asiatischen Küche und gilt dort als wärmende, stärkende Speise bei Erschöpfung und nach Krankheit. Das ist Tradition und Erfahrungsheilkunde, keine durch große klinische Studien belegte Aussage.

Warum eine Reiskur?

Was sie nicht kann: Sie „entgiftet“ nicht, denn das erledigen Leber, Nieren, Darm und Haut täglich selbst. Sie ist weder Abnehmkur noch Therapie. Bei Beschwerden gilt bei mir: erst Anamnese und Messung, dann Regulation, dann individuell abgestimmte Therapie statt Try & Error.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wie lange sollte sie dauern?

Drei Tage sind ein guter Rahmen. Länger würde ich eine reine Reiskur nicht ohne Begleitung machen, weil einseitige Ernährung Nährstofflücken reißen kann. Plane einen Vortag (leichter essen, ohne Alkohol und Zucker) und zwei bis drei Tage Kostaufbau ein.

Wann solltest du keine Reiskur machen?

Verzichte darauf oder sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

Fühlst du dich während der Kur schlecht, brich ab und iss normal.

Anleitung: So kochst du Congee

Grundrezept (2 Personen, ca. 1 Tag): 1 Tasse Rundkornreis (ca. 200 g), 8 bis 10 Tassen Wasser oder salzarme Brühe, Ingwer, Gemüse und Gewürze nach Tagesplan, 1 Handvoll rote Linsen.

  1. Reis in einem Sieb mehrmals waschen, bis das Wasser klarer wird.
  2. Mit Wasser und Ingwer aufkochen, dann bei kleiner Hitze 60 bis 90 Minuten köcheln lassen und gelegentlich umrühren.
  3. Gemüse ab der Hälfte der Garzeit zugeben, rote Linsen etwa 20 Minuten vor Ende.
  4. Mit Gewürzen abschmecken, wenig oder kein Salz.
  5. Warm essen, keine Rohkost, nichts Eiskaltes.

Tipp: Koche morgens eine größere Menge und teile sie auf drei Mahlzeiten auf.

Tagesplan:

Dazu: warmer Ingwer-, Fenchel- oder Kräutertee. Zum Verfeinern 1 TL weißes Mandelmus oder Tahin, gedünsteter Apfel mit Zimt. Ganze Mandeln, Rohkost und Zitrusfrüchte weglassen. Bewege dich leicht (Spaziergang, Dehnen) und gönne dir Ruhe.

Kostaufbau nach der Kur

Einkaufsliste für 2 Personen (Herbst, Bayern)

Basis: Rundkornreis 1 kg, rote Linsen 300 g, Kichererbsen im Glas 1 bis 2 Gläser

Gemüse: Hokkaido 1 Stück, Karotten 500 g, Pastinaken 300 g, Sellerie oder Petersilienwurzel 1 Knolle, Fenchel 2 Knollen, Lauch 2 Stangen, Mangold oder Wirsing, Ingwer, Knoblauch

Obst: Äpfel, 3 bis 4 Stück

Gewürze und Kräuter: Kurkuma, Zimt, Kreuzkümmel, Fenchel, Anis, Kümmel, Petersilie oder Schnittlauch

Fett und Topping: Kokos- oder Sesamöl, Sesam oder Gomasio (sparsam), Mandelmus oder Tahin (optional)

Getränke und Vorrat: Ingwer-, Fenchel- oder Kräutertee, etwas Meersalz, Zutaten für selbstgekochte salzfreie Gemüsebrühe

Achtung auf Qualität

Häufige Fragen

Fazit

Eine Reiskur ist kein Wundermittel, aber eine ruhige, wärmende Auszeit für Verdauung und Alltag. Mit drei Tagen, guter Qualität, wenig Salz und sanftem Kostaufbau machst du sie sicher und alltagstauglich. Biologie statt Trend heißt: Du hörst auf deinen Körper und nicht auf die Lautesten im Netz.

Du möchtest mehr über Ernährung, Hormone und Prävention erfahren oder eine Kur individuell begleiten lassen? Schreib mir, ich berate dich gern persönlich.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenten oder Beschwerden sprich bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Quellen

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