Gesellschaft und Ernährung

Die Geburtenraten sinken

15. Juli 2026 · Susanne C. Hammer

Was ich als Hormone Coach und Mutter dazu denke:

Die Geburtenraten in Deutschland sinken. Jeder scheint es zu verstehen, wenn man die Rahmenbedingen kennt: Mangelhafte Kinderbetreuung, Teurer Unterhalt, fehlende politische Unterstützung, sichtbare Miseren der Elternschaft auf Social Media. Wer will da schon noch Kinder bekommen?

Ich selbst erlebe diese Herausforderungen moderner Elternschaft und dennoch würde ich Kinder immer wieder bekommen wollen. Nicht, weil es mein rationaler Wunsch ist, sondern weil es mein biologisches Grundbedürfnis war.

Krisen gab es in der Menschheitsgeschichte schon immer. Hungersnöte, Kriege, Krankheiten, schwere Lebensumstände. Und dennoch haben Menschen weiterhin Kinder bekommen- ansonsten wäre unsere Art längst ausgestorben. Die Biologie schaltet den Verstand aus.

Warum sinken also Heute die Geburtenraten signifikant?

Vielleicht wollen wir nicht weniger Kinder – vielleicht können wir sie einfach nicht mehr so leicht bekommen.

Genau darüber sprechen wir viel zu selten.

In meiner Arbeit als Hormone Coach sehe ich immer häufiger Frauen, deren Hormonsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Unregelmäßige Zyklen, ausbleibende Eisprünge, Schilddrüsenprobleme, Erschöpfung oder PCOS sind längst keine Ausnahme mehr.

Auch bei Männern beobachten Studien seit Jahren eine sinkende Spermienqualität.

Für mich ist das kein Zufall.

Unser moderner Lebensstil arbeitet gegen unsere Hormone

Unser Körper funktioniert heute noch genauso wie vor Tausenden von Jahren.

Unsere Umwelt aber nicht.

Wir leben mit chronischem Stress, schlafen zu wenig, sitzen den ganzen Tag in Innenräumen und verbringen unsere Abende vor Bildschirmen. Wir essen hochverarbeitete Lebensmittel, bewegen uns weniger und kommen täglich mit zahlreichen Umweltchemikalien in Kontakt.

Viele dieser Faktoren stehen im Verdacht oder sind bereits dafür bekannt, unsere hormonellen Regelkreise zu beeinflussen.

Unsere Nahrung

Unsere Böden sind nährstoffärmer geworden und wir sind trotz ausreichender Kalorien oft nicht optimal mit Mikronährstoffen versorgt sind. Dabei benötigt jede einzelne Hormondrüse Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, um optimal arbeiten zu können.

Der Stress

Wenn der Körper ständig im Stressmodus lebt, schaltet er nicht auf Fortpflanzung.

Er schaltet auf Überleben. Was stresst unseren Körper zusätzlich, was wir vielleicht gar nicht bewusst wahrnehmen? Elektromagnetische Strahlungsquellen wie W-Lan und Funk, Lärmbelastung und Dauerbeschallung, Künstliches Licht, Lifestyleentscheidungen wie exzessiver Sport und extreme Ernährungsformen. Die Liste ist endlos.

Hormone entscheiden mit

Hormone steuern weit mehr als unseren Zyklus.

Sie beeinflussen unsere Energie, unsere Stimmung, unseren Schlaf, unsere Libido und letztlich auch unsere Fruchtbarkeit.

Wenn Frauen keinen regelmäßigen Eisprung mehr haben oder Männer unter sinkenden Testosteronwerten und einer eingeschränkten Spermienqualität leiden, dann ist das kein individuelles Problem mehr, sondern ein gesellschaftliches.

Deshalb wünsche ich mir, dass wir endlich beginnen, Fruchtbarkeit nicht erst dann ernst zu nehmen, wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

Wir sollten viel früher über Hormongesundheit sprechen.

Es geht um Ursachen – nicht nur um Symptome

Ich bin überzeugt, dass wir unseren Körper wieder besser verstehen müssen.

Es gibt viele Stellschrauben, an denen wir ansetzen können.

Mein Fazit

Wenn wir die Wurzel unserer Gesundheit verstehen, verstehen wir auch unsere Hormone. Und wenn unsere Hormone wieder im Gleichgewicht sind, schaffen wir die besten Voraussetzungen für Energie, Wohlbefinden – und für alle, die sich Kinder wünschen, möglicherweise auch für eine gesunde Fruchtbarkeit.

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